Gesetzliche Krankenversicherung

Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) finanziert medizinische, therapeutische und pflegerische Leistungen für derzeit rd. 72 Millionen Versicherte im Krankheitsfall. Neben der Krankenversorgung im engeren Sinn übernimmt die GKV auch Präventions- und Rehabilitationsleistungen.

Leistungen

Gesetzliche Grundlage ist das Sozialgesetzbuch (SGB V). Es gibt vor, dass alle Leistungen der GKV  

  • ausreichend, 
  • zweckmäßig,  
  • notwendig sowie  
  • wirtschaftlich sein müssen.  

 

Der Anspruch auf medizinische oder pflegerische Leistungen besteht unabhängig von der jeweiligen Beitragshöhe. Im Krankheitsfall müssen Versicherte in der Regel nur ihre Versichertenkarte vorzeigen und erhalten die erforderlichen medizinischen Leistungen. Finanziell in Vorleistung treten müssen Versicherte nicht. Das sogenannte Sachleistungsprinzip schützt damit insbesondere sozial Schwächere vor einer finanziellen Überforderung. Geldleistungen sind eher die Ausnahme (z. B. Krankengeld). Bei bestimmten Leistungen wie Arzneimitteln, Krankenhausaufenthalten, Heilmitteln oder Hilfsmitteln fällt für Versicherte seit 2004 eine finanziell begrenzte Zuzahlung als Eigenbeteiligung an.  

 

Die allermeisten Leistungen – schätzungsweise ca. 95 Prozent - sind in allen gesetzlichen Krankenkassen gleich. Ergänzt werden können sie durch kassenindividuelle Leistungen, die dann nur für Versicherte dieser einen Kasse gelten. Mit diesen sogenannten Satzungsleistungen können die Kassen im Wettbewerb untereinander auf sich aufmerksam machen.  

Finanzen

Finanziert werden die gesetzlichen Krankenkassen hauptsächlich über Beiträge ihrer Mitglieder und deren Arbeitgeber. Derzeit beträgt der allgemeine Beitragssatz in der GKV 14,6 Prozent des sozialversicherungspflichtigen Einkommens – d. h. für Arbeitgeber und Arbeitnehmer jeweils 7,3 Prozent. Krankenkassen können neben dem allgemeinen Beitragssatz zusätzliche Gelder einfordern, wenn es notwendig ist. Diesen Zusatzbeitragssatz zahlen nur die Mitglieder, nicht die Arbeitgeber. Da die Bei¬träge – sowohl allgemeiner Beitrag als auch Zusatzbeitrag - prozentual erhoben werden, ori-entieren sie sich konsequent an der finanziellen Leistungsfähigkeit des Mitglieds. Ein gesundheitliches Risiko wird nicht eingespeist Kinder oder Ehepartner eines gesetzlich versicherten Mitglieds, die kein eigenes Einkommen haben, sind beitragsfrei mitversichert. Die strikt am Einkommen orientierte Beiträge, die beitragsfreie Familienversicherung sowie ein Leistungsangebot für alle, das unabhängig von den jeweils gezahlten Beiträgen gilt, sind Elemente des Solidaritätsprinzips in der GKV. Für einige Aufgaben des Staates, die die Kas¬sen stellvertretend für ihn übernehmen, erhalten sie Steuergelder.