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Keine Konvergenz bei Arzneimittelpreisen

Ein Ländervergleich von 15 nationalen Gesundheitsssystemen in Europa gibt wichtige Hinweise für die patientengerechte und wirtschaftliche Arzneimittelversorgung und kann einen Beitrag zur Arzneimittelpolitik auf europäischer Ebene leisten.

AD – 01/2017

Das European Observatory on Health Systems and Policies, eine vom WHO-Regionalbüro Europa geförderte Arbeitsgemeinschaft, hat die Studie „Pharmaceutical regulation in 15 European countries: Health system review" veröffentlicht. Sie fußt auf einer Analyse der Technischen Universität Berlin, die im Auftrag des GKV-Spitzenverbandes untersuchte, welche Mechanismen und regulatorischen Maßnahmen die europäische Arzneimittelversorgung im Vergleich zu Deutschland prägen.  

Angesichts steigender Kosten sehen sich politische Entscheidungsträger in Europa zunehmend vor der Herausforderung, Patientinnen und Patienten den Zugang zu wirksamen Arzneimitteln zu sichern. Die vorliegende Studie untersucht, wie regulatorische Maßnahmen helfen können, diese Herausforderung zu meistern. Sie erstreckt sich von Arzneimittelzulassung, über Preissetzung, Nutzenbewertung und die Substitution durch Generika bis hin zu den tatsächlichen Preisniveaus. 

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass alle 15 verglichenen Gesundheitssysteme Mechanismen zur Eindämmung der Arzneimittelausgaben und zur Sicherung der Qualität und Wirtschaftlichkeit vorhalten. Diese unterscheiden sich jedoch erheblich in ihrer Zusammensetzung und Strenge und zeigen mit Blick auf die Arzneimittelpreise lediglich begrenzte Wirkung. Eine Konvergenz der Arzneimittelpreise in Europa können die Autorinnen und Autoren nicht feststellen. Insgesamt gibt die Studie wichtige Hinweise, wie die Arzneimittelversorgung in den Gesundheitssystemen in Europa patientengerecht und wirtschaftlich weiterentwickelt werden kann. Damit kann sie auch einen Beitrag zur Debatte über die Arzneimittelpolitik auf europäischer Ebene leisten. 

Aufgrund der anhaltenden Debatten in Deutschland und der Europäischen Union über Arzneimittelregulierung hat der GKV-Spitzenverband die Initiative ergriffen, diese erweiterte und aktualisierte Analyse in englischer Sprache veröffentlichen zu lassen. 

 

Die Publikation in englischer Sprache (ISSN 1817-6119 Vol. 18 No. 5) steht im Internet zum kostenlosen Download bereit: 

http://www.euro.who.int/__data/assets/pdf_file/0019/322444/HiT-pharmaceutical-regulation-15-European-countries.pdf?ua=1