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Ergebnisse der Konsultation zum Health Technology Assessment veröffentlicht

Eine größere Kooperation zwischen den EU-Ländern wird als erforderlich angesehen. Daher plant die EU Kommission eine entsprechende Gesetzesinitiative.

MS – 06/2017

Öffentliche Konsultation zu HTA

Mit einer öffentlichen Konsultation hat die Europäische Kommission die Meinungen von Organisationen und Bürgern zum Thema HTA eingeholt und dem Bedarf einer weiterführenden Kooperation auf EU-Ebene (siehe hierzu auch die Meldung aus 11/2016). Beim Health Technology Assessment (HTA) geht es um die Bewertung von neuen Arzneimitteln, Medizinprodukten, medizinischen und operativen Verfahren sowie Methoden für Prävention und Diagnostik. Dies beeinflusst letztendlich die Preisverhandlung mit den Herstellern und die Erstattungsfähigkeit durch die Krankenkasse.  

 

Mit der Konsultation soll die Zukunft des HTA auf EU-Ebene disktuiert werden: Themen wie die Zusammenlegung von Ressourcen, den Austausch von Wissen und die Vermeidung doppelter Arbeitsschritte werden befragt. Denn nicht alle Mitgliedstaaten haben eigene HTA-Verfahren und diese laufen in den einzelnen Ländern der EU auch ganz unterschiedlich ab.  

 

Nun liegen erste Ergebnisse der Konsultation vor. An der Befragung haben sich insgesamt 250 Organisationen oder EU-Bürger beteiligt. HTA wird dabei von 98 Prozent der befragten als sehr nützlich angesehen, um festzustellen, ob ein neues Produkt besser oder schlechter als die bereits vorhandenen ist. Kritisch wird dabei gesehen, dass die Verfahren in den einzelnen Ländern unterschiedliche Ergebnisse aufweisen, aber auch, dass die gleiche Arbeit mehrfach durchgeführt wird. Daher erachten über 80 Prozent die EU-weite Zusammenarbeit in diesem Bereich als sinnvoll und unterstützen eine Kooperation über das Jahr 2020 hinaus.  

Meinungen gehen auseinander

Die bevorzugte Lösung aller beteiligten Organisationen in der EU ergab, dass die Kooperation unter den Mitgliedstaaten auf freiwilliger Basis durchgeführt werden soll, jedoch die Übernahme der Ergebnisse verpflichtend sein sollte. Die Federführung soll dabei eine neue oder existierende EU-Institution oder die Europäische Kommission innehaben. Die Finanzierung soll aus einem Mix aus EU-Mitteln, Zuwendungen der Mitgliedstaaten und Gebühren für Unternehmen erfolgen.  

 

Der GKV-Spitzenverband fordert eine Kooperation auf freiwilliger Basis, bei der die Ergebnisse des Assessment ebenfalls freiwillig übernommen werden können. Für eine harmonisierte HTA-Zusammenarbeit seien die Unterschiede bei der Durchführung und Methodik beim HTA unter den Mitgliedstaaten zu groß. Die Empfehlung des GKV-Spitzenverbandes finden Sie hier.  

Wie geht es weiter?

Bis zum Jahresende beabsichtigt die Kommission eine Synopse aller Ergebnisse sowie eine Folgenabschätzung und eine entsprechende Gesetzesinitiative vorzulegen.  

 

Weitere Informationen zum Thema HTA sind hier verfügbar.