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Wie geht es dem Gesundheitssystem in Österreich?

Studie der London School of Economics nimmt österreichisches Gesundheitssystem unter die Lupe.

SK – 01/2018

Das österreichische Gesundheitssystem ist eines der teuersten in der Welt, finanziert aber auch gleichzeitig den umfänglichsten Leistungskatalog am Markt. Das ist eine der Kernaussagen aus der Studie „Efficiency Review of Austria’s Social Insurance and Healthcare System “. Sie wurde im Januar 2018 von der London School of Economics in Brüssel vorgestellt. Neben der Überprüfung und einem Vergleich auf internationaler Ebene, wurde eine Reihe von politischen Optionen entwickelt, um die Effizienz und Gerechtigkeit im österreichischen System verbessern. 

Ergebnisse

Der stationäre Sektor weist in Österreich mit rund 46% der Ausgaben im Gesundheitswesen einen sehr hohen Kostenanteil aus. Mit einem Spitzenwert in der EU von über 250 Einweisungen je 1.000 Einwohner pro Jahr, liegt Österreich nur knapp vor Deutschland. Dennoch spiegeln sich die hohen Ausgaben nicht in einer gestiegenen Lebenserwartung wider, hier liegt Österreich eher in den unteren Rängen. Unter den verschiedenen Versicherern gibt es wenig bis keinen Ausgleich, was zu unsolidarischen Verwerfungen führt. 

Was ist zu tun?

Auch wenn ein internationaler Vergleich in der Studie enthalten ist, die Blaupause eines anderen Systems wird nicht die Lösung sein. Vielmehr gilt es die vorhandenen Erfolge auszubauen und in wirtschaftlich große Themen zu investieren. Aufgrund des höchsten Kostenanteils, werden insbesondere Potenziale im stationären Bereich gesehen. Das kann auch durch eine Stärkung der ambulanten Struktur erfolgen. Doch auch die Zusammensetzung der Krankenversicherer ist näher zu prüfen. So wurde bereits ein Zusammenschluss von verschiedenen Krankenversicherern beschlossen und befindet sich aktuell in der Umsetzung. 

Prävention

Um die durchschnittliche Lebenserwartung nachhaltig zu verbessern, ist die Politik gefordert, in Prävention zu investieren. In 2014 betrug der Raucheranteil noch 30% und liegt damit an dritthöchster Stelle in der EU. Gute Beispiele zeigen, dass durch gesetzgeberische Maßnahmen eine deutliche Verbesserung erzielt werden kann.  

Unter den nachfolgenden Links ist sowohl die Präsentation aus Brüssel als auch die gesamte Studie verfügbar.