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Krebs – In zwanzig Jahren soll niemand mehr daran sterben

Fraktion der Europäischen Volkspartei im Europäischen Parlament legt Strategiepapier zur Krebsbekämpfung vor.

CM/MS – 04/2018

Die Europäische Volkspartei (EVP) sieht Krebs als eine der größten Herausforderung an, der viele Menschen gegenüberstehen. Trotz des medizinischen Fortschritts steigt die Zahl der Krebserkrankten weiter an. Nahezu jeder Dritte wird in seinem Leben gegen Krebs zu kämpfen haben. Die EVP legt nun ein Aktionspapier vor: „EU kann helfen Krebs zu heilen – Niemand mehr muss in 20 Jahren an Krebs sterben“.  

 

Das ambitionierte Programm, das konkrete Forderungen enthält, um die Zahl der Krebstoten zu reduzieren, wurde bei einer Pressekonferenz vom Parteivorsitzenden Manfred Weber (DE/EVP) zusammen mit den EU-Parlamentariern Peter Liese (DE/EVP), Françoise Grossetête (FR/EVP) und Alojz Peterle (SI/EVP) vorgestellt.  

Forschungsgelder erhöhen

Das derzeitige Budget für die Krebsforschung soll nach Auffassung der Europaabgeordneten bis 2024 verdoppelt werden. Weil der Tod eines Kindes eine Tragödie für jede Familie ist, soll im ab 2021 geltenden europäischen Forschungsrahmenprogramm ein gesondertes, verzehnfachtes Budget für Kinderkrebsforschung bereitgestellt werden. „In zwanzig Jahren soll kein Kind mehr an Krebs sterben“, so das Ziel. Aufgrund der relativ geringen Zahlen sei eine effektive Erforschung erfolgreicher Therapien im Alleingang kaum möglich. Zwar verspreche die personalisierte Medizin revolutionäre Möglichkeiten, jedoch kann auch sie ihr Potential nur in der überstaatlichen Zusammenarbeit voll entfalten, weil nur hohe Fallzahlen eine Ableitung von Regelmäßigkeiten zulassen, meint die Fraktion. 

Zulassungen beschleunigen

Für die Zulassung von Krebsmedikamenten ist die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) zuständig. Der aufgrund des Brexits bevorstehende Umzug der Behörde von London nach Amsterdam dürfe laut der EVP-Fraktion die Zulassung der Medikamente nicht verzögern. Die EMA solle stärker mit den Behörden auf nationaler Ebene zusammenarbeiten, die über die Erstattungsfähigkeit neuer Therapeutika entscheiden. Deshalb spricht sich die EVP auch dafür aus, dem Verordnungsvorschlag der Kommission zu Health Technology Assessment (HTA) zuzustimmen. 

Mit E-Health spezielle Behandlung ermöglichen

Patienten, die eine spezielle Therapie in Anspruch nehmen wollen, sollten Reisestrapazen erspart und vermehrt digitale Versorgungslösungen angeboten werden. Die EVP fordert die Kommission dazu auf, einen entsprechenden Plan, inklusive der dafür notwendigen Gesetzesvorschläge zum Ausbau von E-Health, vorzulegen. 

Prävention

Die EVP-Fraktion fordert eine strikte Umsetzung der geltenden Tabakrichtlinie. Zudem sollen Maßnahmen zum Schutz der Luftqualität ergriffen und Kampagnen, die zur Sensibilisierung beitragen bzw. einen gesunden Lebensstil propagieren, durchgeführt werden. 

Errichtung eines Krebsregisters

Die EVP fordert epidemiologische Krebsregister, die das Aufkommen der jeweiligen Krebsart, den Eintritt, das Vorkommen in einer Region, die Verteilung aufs Alter und Geschlecht, aber auch die erfolgte Behandlung und die verbliebene Überlebenszeit festhalten. Um diese Daten nutzbringend u.a. in der Forschung verwerten zu können, bedarf es eines zwischen den Mitgliedstaaten abgestimmten Krebsregisters. Die Kommission soll helfen, es aufzubauen, indem sie so schnell wie möglich den Rahmen für ein interoperables Register setzt. 

Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Arbeit

Schwer kranken Menschen sollte es ermöglicht werden zu arbeiten, wenn es ihrem Bedürfnis entspricht. Auch die Situation von Eltern und Betreuenden von Krebserkrankten solle Eingang finden in die Richtlinie zur Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Menschen, die Krebs überlebt haben und deren Risiko der Wiedererkrankung nicht höher als beim Durchschnitt ist, dürfen weder Benachteiligung noch Diskriminierung erfahren.  

Palliativpflege

Laut der EVP soll die Kommission eine Plattform zum Austausch von Erfahrungen und bewährten Praktiken im Bereich der Palliativpflege errichten und die Forschung im Palliativbereich unterstützen.  

Weitere Informationen

Weitere Informationen finden Sie im Internet auf der Webseite der EVP-Fraktion