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Erkenntnisse aus Cross Border Healthcare

In einer Studie analysiert die EU-Kommission Stärken und Chancen für die künftige grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Gesundheitswesen.

AD – 04/2018

Was ist CBHC?

Das Konzept der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in der Gesundheitsversorgung (Cross Border Healthcare – CBHC) ist gesetzlich in Artikel 168 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV) verankert. Dieser zielt darauf ab, die Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten zu verbessern und die Komplementarität ihrer Gesundheitsdienstleistungen in Grenzregionen zu verbessern, ohne freilich an dem Grundsatz zu rütteln, dass die Gesundheitsversorgung in nationaler Zuständigkeit liegt. 

 

Den weiteren Rahmen für CBHC geben insbesondere die Richtlinie 2011/24/EU über Patientenrechte und die Verordnung (EG) Nr. 883/2004 zur Koordinierung der Sozialversicherungssysteme vor. Die Richtlinie definiert CBHC als „Gesundheitsdienstleistungen, die in einem anderen Mitgliedstaat als dem Versicherungsmitgliedstaat erbracht oder verordnet werden.“ 

Inhalt der Studie

Die im März 2018 veröffentlichte Studie bietet auf über 250 Seiten einen Überblick über EU-finanzierte Kooperationsinitiativen im Zeitraum von 2007 bis 2016/2017. Ausgehend von aktuellen Vereinbarungen werden darin Stärken und Chancen für die künftige grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Gesundheitswesen analysiert. Besonders hervorzuheben sind folgende Inhalte:  

 

  • Darstellung eines umfassenden Bildes von CBHC in der EU (basierend auf Kapitel IV der Richtlinie 2011/24/EU); 
  • Darstellung potenzieller zukünftiger Möglichkeiten und Herausforderungen grenzüberschreitender Zusammenarbeit im Bereich Gesundheit, indem aktuelle treibende Faktoren, mögliche zukünftige Szenarien auf europäischer Ebene und entsprechende politische Empfehlungen für den Zeitraum bis 2030 ermittelt werden; 
  • Dokumentierte Unterstützung für Stakeholder, die an der Gründung eines grenzüberschreitenden Kooperationsprojekts im Gesundheitswesen interessiert sind; 
  • Schaffung eines Überblicks über Betrugs- und Betrugsbekämpfungsstrategien für CBHC in der EU sowie 
  • Bewertung der Annahme der Joint Action zu Patientensicherheit und Qualität in der Gesundheitsversorgung (PaSQ) auf nationaler, regionaler und/oder lokaler Ebene in den EU-Mitgliedstaaten. 

Erkenntnisgewinn

Die Studienergebnisse bieten einen vertiefenden Einblick in CBHC-Kooperationen mit unterschiedlichen Zielsetzungen und neue Erkenntnisse hinsichtlich verschiedenster Forschungsaspekte im Bereich grenzüberschreitender Gesundheitsversorgung. 

 

Von den zahlreichen potentiellen Zukunftsszenarien wird das Szenario regionaler Netzwerke mit Berücksichtigung lokaler und regionaler Gegebenheiten und Bedürfnisse als am wahrscheinlichsten erachtet. Regionale Netzwerke sind potentiell die kostengünstigste Variante grenzüberschreitender Gesundheitsversorgung, obwohl sie tendenziell von kleinem Umfang sind und Regionen ungleich profitieren. 

Links zur Studie

Die vollständige Studie nebst Anlagen ist nur in englischer Sprache online verfügbar. 

 

In deutscher Sprache ist eine Kurzfassung online verfügbar.