Pexels - Hoang NCFahrplan für hochwertige Arbeitsplätze
EU setzt sich für Verbesserung der Arbeitsplatzqualität und Zukunftssicherheit ein.
SK – 12/2025
Die Europäische
Kommission hat am 4. Dezember ihren Fahrplan
für hochwertige Arbeitsplätze präsentiert. Gleichzeitig startete sie eine erste
Konsultationsrunde mit den europäischen Sozialpartnern zum geplanten
Quality Jobs Act. Mit diesem Gesetzesvorschlag will die EU sicherstellen, dass
Arbeitnehmerrechte auch in Zeiten technologischer, wirtschaftlicher und
gesellschaftlicher Veränderungen erhalten bleiben.
Drei Säulen für eine moderne Arbeitswelt
Der Fahrplan
basiert auf drei zentralen Säulen. Sie decken die Schaffung und den Erhalt
hochwertiger Arbeitsplätze, die Modernisierung der Arbeitswelt sowie den Ausbau
sozialer Sicherheitsnetze ab. Unterstützt werden diese Bereiche durch das
Vorhaben der Europäischen Kommission eine stärkere Durchsetzung von Regeln,
einen vertieften sozialen Dialog und gut ausgestaltete Kollektivverhandlungen
zu erreichen.
Mehr gute Arbeitsplätze durch Qualifikation und Innovation
Beim Ausbau
hochwertiger Arbeitsplätze setzt die Europäische Kommission auf eine starke
industrielle Basis, innovationsfreundliche Rahmenbedingungen und gezielte
Investitionen in Qualifikationen als Wachstumsmotor. Sozialkonditionalitäten
sollen faire Arbeitgeber stärken und Wettbewerbsverzerrungen eindämmen. Kleine
und mittlere Unternehmen stehen dabei besonders im Fokus.
Chancen der digitalen Arbeitswelt sinnvoll nutzen
Die Modernisierung
der Arbeitswelt umfasst den verantwortungsvollen Einsatz von algorithmischem
Management und den sicheren Umgang mit künstlicher Intelligenz (KI) am
Arbeitsplatz. Ziel ist es, Risiken zu begrenzen und gleichzeitig
Produktivitätspotenziale zu heben. Dazu zählen auch Regelungen zum Recht auf
Nichterreichbarkeit und zu Telearbeit, zu denen die Europäischen Kommission im
Oktober ihre Konsultation mit den europäischen Sozialpartnern abgeschlossen
hat.
Soziale Sicherheit für eine veränderte Arbeitswelt
Um soziale
Sicherheitsnetze zu stärken, plant die Kommission eine Anpassung des
Arbeitsschutzes an neue Realitäten, einschließlich psychischer Gesundheit.
Zudem sollen Ausbeutung in risikobehafteten Branchen wie Bau, Transport,
Logistik, Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie konsequent bekämpft und
faire Löhne gewährleistet werden. Ergänzend dazu wird 2026 ein Fair Labour
Mobility Package vorgelegt, das die Koordinierung der sozialen
Sicherungssysteme modernisieren, digitale Verfahren ausbauen und die Europäische
Arbeitsbehörde stärken soll.
Beteiligung der Sozialpartner am Quality Jobs Act
Parallel zur
Veröffentlichung des Fahrplans hat die Europäische Kommission die Arbeiten am
Quality Jobs Act gestartet, der bis Ende 2026 vorgelegt werden soll. Die
europäischen Sozialpartner sind eingeladen, sich bis Ende Januar 2026 zu den
geplanten Maßnahmen zu äußern. Dies betrifft unter anderem algorithmisches Management,
KI am Arbeitsplatz, Sicherheit und Gesundheitsschutz, Subunternehmerketten, den
fairen Übergang sowie Fragen der Durchsetzung und Mitbestimmung. Auch die
Ergebnisse der bereits im Oktober abgeschlossenen Konsultation zu Telearbeit
und zum Recht auf Nichterreichbarkeit fließen in den Prozess ein.