monthirayodtiwongSpar- und Investitionsunion im Fokus
Kommissionsvorschläge zu Zusatzrenten bleiben umstritten.
VS – 02/2026
Der
Rat „Wirtschaft und Finanzen“ (ECOFIN) hat am 17. Februar die Empfehlung des Rates zur Wirtschaftspolitik des Euroraums für das Jahr 2026 gebilligt. In
diesem Jahr sind erstmals die Prioritäten der im Jahr 2025 auf EU-Ebene
initiierten Spar- und Investitionsunion eingeflossen. Der Fokus liegt somit
sowohl auf zukunftsorientierten öffentlichen Investitionen als auch auf einer
stärkeren Mobilisierung privater Ersparnisse für Investitionen und die Wettbewerbsfähigkeit.
Vorschläge zu privaten und betrieblichen Zusatzrenten, die wesentlich zur
Mobilisierung privater Ersparnisse beitragen sollen, wurden hingegen nicht in
die Empfehlungen zur Wirtschaftspolitik aufgenommen. Die Ministerinnen und
Minister betonten in diesem Zusammenhang die nationalen Zuständigkeiten.
Empfehlung zur Wirtschaftspolitik des Euro-Währungsgebiets
Die
Empfehlung legt die zentralen wirtschaftspolitischen Prioritäten und
Handlungsempfehlungen für die Mitgliedstaaten des Euroraums fest. Ziel ist es,
die nationalen Wirtschaftspolitiken zu koordinieren und somit Stabilität,
Wachstum und die Funktionsfähigkeit der Wirtschafts- und Währungsunion zu
stärken. Erstmals werden dabei die Leitlinien der 2025 auf EU-Ebene initiierten
Spar- und Investitionsunion systematisch in die Empfehlungen aufgenommen und
markieren damit einen neuen strategischen Schwerpunkt.
Zusatzrentenpaket – ein Schlüsselelement der Spar- und Investitionsunion.
Das
Rentenpaket soll die betriebliche Altersvorsorge und Zusatzrenten für EU-Bürgerinnen
und -Bürger attraktiver und zugänglicher machen und gleichzeitig zur
Finanzierung der Wirtschaft beitragen, indem mehr privates Kapital für
produktive Investitionen mobilisiert wird. Konkret umfasst das Paket eine Empfehlung zur steuerlichen Gleichbehandlung des Paneuropäischen Persönlichen
Altersvorsorgeprodukts (PEEP) sowie eine Empfehlung zur Schaffung EU‑weiter Rententracking-Systeme und nationaler Pension‑Dashboards.
Zudem wird eine automatische Einbeziehung in Zusatzrentensysteme mit
Opt-out-Möglichkeit empfohlen.
Mithilfe
nationaler Pension-Dashboards sollen politische Entscheidungsträger eine
bessere Übersicht über die Angemessenheit und die Absicherungslücken ihrer
Alterssicherungssysteme erhalten. In einem zweiten Schritt sollen diese auf
europäischer Ebene zusammengeführt werden. Die EU-weiten Rententrackingsysteme
sollen Versicherten einen klaren Überblick über ihre Rentenansprüche und
mögliche Versorgungslücken verschaffen und so das Bewusstsein für die
Notwendigkeit einer zusätzlichen Altersvorsorge stärken. Diese Maßnahmen sowie
die automatische Einbeziehung in Zusatzrentensysteme – für die die Europäische
Kommission auch das PEPP vorschlägt – sollen einen wesentlichen Beitrag zur
Bereitstellung des für Investitionen in der EU benötigten Kapitals leisten.
Unterstützung – bei Wahrung nationaler Zuständigkeiten
Während
der Sitzung bekundeten die Ministerinnen und Minister ihre allgemeine
Unterstützung für die Vorschläge der Kommission zur Verbesserung des Rahmens
für die zusätzliche private und betriebliche Altersvorsorge in der EU. Mehrfach
wurde das Potenzial des Pakets hervorgehoben, sowohl eine angemessene
Altersversorgung für EU-Bürgerinnen und -Bürger zu sichern als auch durch
langfristige private Ersparnisse Kapital für Investitionen bereitzustellen.
Gleichzeitig betonten die Ministerinnen und Minister, dass die Zuständigkeiten
der Mitgliedstaaten gewahrt bleiben müssten – insbesondere im Bereich des
Sozial- und Arbeitsrechts.
Wie geht es weiter:
Die
zypriotische Ratspräsidentschaft hat angekündigt, an einer gemeinsamen
Grundlage für das Zusatzrentenpaket zu arbeiten, die der Vielfalt der
nationalen Rentensysteme in den Mitgliedstaaten gerecht wird. Auf seiner Tagung
am 19. und 20. März soll dem Europäischen Rat die Empfehlung des Rates zur
Wirtschaftspolitik des Euroraums für das Jahr 2026 vorgelegt werden. Im
Anschluss kann der ECOFIN die Empfehlung formell annehmen.