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EU-Parlament will Gleichstellung von Männern und Frauen in der Pflege stärken.
SK – 05/2026
Karriereeinschnitte, Altersarmut,
Stress und Rentenlücken gehören zu den Problemen, mit denen vor allem Frauen
konfrontiert sind, die Pflegearbeit leisten. In seinem Bericht zur Förderung der Gleichstellung von Männern und Frauen in der Pflege fordert
das Europäische Parlament deshalb ein Umdenken bei der Bewertung und Bezahlung
von Pflegearbeit. Die Europaabgeordneten betonen, dass der Zugang zu Pflege ein
Grundrecht ist, und fordern die Mitgliedstaaten dazu auf, bestehende geschlechtsspezifische
Ungleichheiten in allen Bereichen der Pflege abzubauen.
Pflege neu denken
Die vom Europäischen Parlament
unterstützte Pflegegesellschaft stellt häusliche und gemeindenahe
Dienstleistungen, generationenübergreifende Solidarität sowie ein
selbstbestimmtes Leben in den Mittelpunkt. Dabei geht es um mehr als
öffentliche Investitionen in Kinderbetreuung und Altenpflege: Gefordert werden
auch bessere Arbeitsbedingungen, familienfreundliche Modelle sowie ein
stärkerer sozialer Schutz. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels
sprechen sich die Abgeordneten zudem für eine nachhaltige Finanzierung sowie
einen personenorientierten und rechtebasierten Ansatz in der Pflegepolitik aus.
Europäisches Statut für Pflegekräfte
Um Pflegearbeit stärker
anzuerkennen und EU-weite Mindeststandards festzulegen, setzt sich das
Europäische Parlament für die Einführung eines „Europäischen Statuts für
Pflegekräfte“ ein. Zugleich betonen die Abgeordneten, dass Pflegeverantwortung
nicht überwiegend von Frauen getragen werden dürfe. Für eine gerechtere
Verteilung der Sorgearbeit seien bessere Betreuungsangebote, gleiche Bezahlung,
Elternzeitregelungen und flexible Arbeitsmodelle notwendig. Zudem fordern sie
Sensibilisierungskampagnen, um traditionelle Rollenbilder aufzubrechen und
Männer stärker an Pflegeaufgaben zu beteiligen. Die Mitgliedstaaten werden
aufgefordert, Pflegearbeit künftig fairer in Renten- und
Sozialversicherungssystemen zu berücksichtigen.
Pflegekräfte aus Nicht-EU-Staaten
Mit Blick auf den
Fachkräftemangel im Pflegesektor weist der Bericht darauf hin, dass
Pflegearbeit sowohl von Beschäftigten aus der EU als auch aus Drittstaaten
geleistet wird. Vorrang müsse weiterhin die Ausbildung und Rekrutierung
innerhalb der EU haben. Gleichzeitig müsse die Zuwanderung stärker an den
Bedürfnissen des Arbeitsmarktes ausgerichtet und mit Investitionen in
Ausbildung sowie Integration verbunden werden.
European Care Deal angekündigt
Bereits Anfang März hatte die
Europäische Kommission in ihrer Strategie
für die Gleichstellung der Geschlechter 2026-2030 angekündigt, dass die
Europäische Strategie für Pflege und Betreuung in einen Europäischen Deal für
Pflege und Betreuung münden soll, der 2027 vorgestellt werden soll. Die
Europaabgeordneten begrüßen diese Ankündigung. Der „European Care Deal“ soll
konkrete Maßnahmen zur Verringerung geschlechtsspezifischer Unterschiede in der
Pflege enthalten und sowohl formelle als auch informelle Pflegekräfte
unterstützen. Im Fokus stehen Beschäftigung, Aus- und Weiterbildung, digitale
Kompetenzen, soziale Absicherung, Kinderbetreuung sowie psychosoziale
Unterstützung.