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Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

im Spannungsfeld zwischen „technologischer Revolution“ und „Angriff der Algorithmen“ bewegen sich unsere Vorstellungen von Künstlicher Intelligenz (KI). Diese Vorstellungen sind oft diffus, getrieben von einer Faszination für die Möglichkeiten und die technische Komplexität und von Skepsis und Misstrauen, weil uns scheinbar die Kontrolle über die Technik entgleitet. Es wundert also nicht, dass das Thema „Künstliche Intelligenz“ im politischen Raum auf der Agenda steht. Denn Künstliche Intelligenz ist bereits Realität, sie wird in den verschiedensten Bereichen angewendet, getestet, erforscht und weiterentwickelt. Es gilt nun, die Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, dass dieses System sein Potenzial entfalten kann – in den Grenzen, die wir Menschen setzen.


Das Vertrauen der Menschen in Künstliche Intelligenz kann nur durch Transparenz, Wissen und gemeinsame Leitlinien gewonnen werden. Es muss geklärt sein, wer haftet, wenn ein KI-gestütztes System Fehlentscheidungen trifft. Die Menschen müssen nachvollziehen können, warum und wie Entscheidungen getroffen werden. Sie müssen sich gegen Entscheidungen wehren können. Es muss ein gemeinsames Verständnis dafür geben, auf welchen Werten Künstliche Intelligenz beruht. Besonders in Bereichen, wo Entscheidungen unmittelbare Auswirkungen auf Menschen haben – insbesondere im Gesundheitsbereich –, muss die Kontrolle jederzeit möglich sein.


Es ist also Zeit, sich gemeinsam den Fragen zu stellen. Auf europäischer Ebene gibt es eine Reihe von Initiativen, die sich damit beschäftigen. 29 europäische Staaten haben erklärt, dass sie das Thema gemeinsam vorantreiben und nach Lösungen suchen wollen. Der richtige Weg, denn Künstliche Intelligenz kennt keine Landesgrenzen.


In der aktuellen Ausgabe unseres Themenletters ed* möchten wir Ihnen das Potenzial Künstlicher Intelligenz für die Sozialversicherung skizzieren – mit allen Möglichkeiten, aber auch den offenen Fragen.


Wir wünschen Ihnen viel Freude bei der Lektüre!


Ihre Ilka Wölfle