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Zusammenarbeit Mensch und Maschine in der Gesundheitsversorgung

Synergieeffekte durch hybride Systeme.

TH – 02/2019

Die Interaktion zwischen Menschen und intelligenter Technologie nimmt stetig zu. Zur Auslotung der dadurch entstehenden Möglichkeiten hat sich das mit EU-Mitteln finanzierte Projekt „Smartnurse“ zum Ziel gesetzt, eine Strategie zu entwickeln, mit der die Ergebnisse einer Reihe von Experimenten zum Einsatz von Computertechnologien in der Ausbildung von Rettungskräften in ein System umgewandelt werden können, welches dann in realen Situationen eingesetzt werden kann.


Zweck des Projekts ist es herauszufinden, inwieweit Menschen und Maschinen die spezifischen Fähigkeiten des jeweils anderen ergänzen können, um damit Ziele zu erreichen, die beide nicht allein erreichen könnten.

Intelligente Technologie

Im Rahmen des Projekts wurden bei einem Experiment Krankenschwesternschülerinnen während der simulierten Wiederbelebung eines nicht ansprechbaren Patienten mit einem "intelligenten Assistenten" ausgestattet. Dieser bestand aus einem Display und wurde am Kopf der Schülerinnen befestigt. Der tragbare intelligente Assistent kann den Effekt bestimmter Aktivitäten, wie z.B. die Kompression der Brust bei einem Wiederbelebungsversuch, beurteilen, und dann in Echtzeit ein Feedback liefern. Ausserdem stellt er auf Anfrage eine Reihe von Informationen über das Display bereit, darunter Vorschläge zur weiteren Vorgehensweise, sofortige Antworten auf medizinische Fragen und Informationen zu Krankenhausvorschriften.


Andere Experimente des Projekts haben die Verwendung einer mit einem Sensor ausgestatteten "Smartwatch" demonstriert. Diese dokumentiert die Aktivitäten der Patientenversorgung und gibt Hinweise beispielsweise bei Wiederbelebungen. Selbst ein einzelner Sensorknoten am Handgelenk einer Krankenschwester konnte hier komplexe Aktionen erkennen und folgerichtig bewerten.

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit

Durchgeführt wurden die Experimente gemeinsam von den beiden Partnern des Projekts, dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH (DFKI), und der Universität von Southampton (Soton). Das DFKI war hierbei für die Technologie verantwortlich, und Soton stellte den experimentellen Rahmen in Form ihrer Krankenpflegeschule bereit. Die Forscher wollen nunmehr ermitteln, ob Elemente aus dieser und ähnlichen Studien geeignet sind, um sie in die Praxis umzusetzen. Von besonderem Interesse dürften technische, regulatorische, finanzielle und soziale Fragen im Zusammenhang mit der Verwendung solcher Systeme unter anderem in Krankenpflegeschulen und später Krankenhäusern sein.