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Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

nach wie vor hat uns die COVID-19-Pandemie fest im Griff. Sie stellt unsere Gesundheits- und Sozialsysteme, unsere Gesellschaften und Volkswirtschaften sowie die Art, wie wir zusammenleben und arbeiten, auf eine harte Probe. 


Auch die Folgen für die europäische und globale Wirtschaft sind kaum absehbar. Unsere Sozialschutzsysteme werden nach der Finanzkrise von 2008 erneut, wenn nicht sogar umfangreicher, auf die Probe gestellt. Unternehmen sind von Insolvenz bedroht. Viele Menschen fürchten um ihren Arbeitsplatz. 


In Brüssel setzt die Europäische Kommission, unter der Präsidentschaft von Ursula von der Leyen, mit zahlreichen Initiativen zu einer koordinierten Eindämmung der Krise an. Bezogen auf Wirtschaft und Arbeitsmarkt sind das vor allem der europäische Aufbauplan für die nächste Generation „NextGenerationEU“, Liquiditätshilfen für Unternehmen sowie das Instrument SURE, um Arbeitsplätze weiterhin zu sichern. 


In Deutschland und vielen weiteren Mitgliedsländern wurden in den vergangenen Monaten Schutzinstrumente wie nationale Kurzarbeitsregelungen und andere Schutzschirme umgesetzt. Übergreifend stellen wir fest, dass Länder mit umfassenden und etablierten Sozialversicherungsstrukturen, wie auch die Deutsche Sozialversicherung, die Auswirkungen der Krise im Vergleich besser abfedern konnten. 


Sehr schnell wurde aber deutlich, dass einige Bevölkerungsgruppen von den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie überproportional betroffen sind. Die COVID-19-Pandemie führt uns insbesondere hier Schwächen des sozialen Schutzes vor Augen. 


In der aktuellen Ausgabe ed* setzen wir daher den Fokus auf drei dieser besonders betroffenen Gruppen: Selbständige, junge Menschen auf dem Weg ins Berufsleben sowie Menschen mit Behinderungen. Wir geben einen Überblick zu den Auswirkungen der Krise auf deren Beschäftigungsverhältnisse, die Teilhabe an Hilfsmaßnahmen für Einkommensausfälle sowie zu Politikempfehlungen für die Zeit der Erholung nach der COVID-19-Krise. 


Wir wünschen Ihnen eine interessante Lektüre! 


Ihre Ilka Wölfle