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Bekämpfung von HIV, Hepatitis und Tbc in der EU

EU-Kommission legt Arbeitspapier vor.

KB/MS – 09/2018

Globalen Gesundheitsbedrohungen begegnen

Ansteckende Infektionskrankheiten stellen in der heutigen globalisierten Welt eine große Bedrohung dar, da sich solche Krankheiten schnell von einem Land zum anderen übertragen, wenn nicht rechtzeitig Maßnahmen zur Eindämmung ergriffen werden. Vor diesem Hintergrund hat die EU-Kommission im Juli 2018 ein Arbeitspapier in englischer Sprache zur Bekämpfung von vier in der EU und den Nachbarländern verbreiteten Infektionskrankheiten – HIV/AIDS, virale Hepatitis B und C sowie Tuberkulose – vorgelegt. 

Zielsetzung bis 2030

Das Arbeitspapier basiert auf dem Konzept für nachhaltige Entwicklung der Agenda 2030 der Vereinten Nationen. Die Agenda bildet 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung, unter anderem auch im Bereich Gesundheit und Wohlergehen. Bis zum Jahr 2030 sollen die Mitgliedstaaten in ihren Bemühungen unterstützt werden, ansteckende Infektionskrankheiten zu bekämpfen und einzudämmen. Hierzu liefert das Dokument aktuell vorliegende Zahlen über die Infektionsraten in den einzelnen Mitgliedsländern und der gesamten EU. Schätzungen besagen, dass in der EU insgesamt 810.000 Menschen mit HIV-Erkrankungen leben. 2016 wurden 29.444 neue Fälle aus 31 EU/EEA Ländern gemeldet, das entspricht einer Rate von 5,9 auf 100.000 Einwohner. 

Das Dokument der EU-Kommission vermittelt außerdem einen Überblick über geplante Initiativen und Maßnahmen der EU in verschiedenen Bereichen der Gesundheitsfürsorge, der Arzneimittelpolitik, der Stärkung der Zivilgesellschaft, der Vernetzung der zuständigen Behörden und zur besseren sozialen Inklusion der Betroffenen. Dazu gehören unter anderem neue Leitlinien für Blutspendeeinrichtungen, das Programm zur Früherkennung von HIV, Hepatitis und Tuberkulose, der Europäische Aktionsplan zur Bekämpfung antimikrobieller Resistenzen, Empfehlungen des Rates zur verstärkten Zusammenarbeit bei Impfungen gegen vermeidbare Krankheiten sowie die Stärkung von Gesundheitszentren auf Gemeindeebene und in Gefängnissen. 

Unterschiede überwinden

Hintergrund der Erstellung des Arbeitspapiers ist die unterschiedliche Entwicklung der Infektionskrankheiten in den einzelnen Mitgliedstaaten. Während in einigen Ländern die Ausbrüche der Infektionskrankheiten begrenzt werden konnten, wuchsen die Infektionsraten in anderen EU-Ländern aus unterschiedlichen Gründen an. So wurden 2016 in der EU/EEA bei den Neuerkrankungen mit Tuberkulose insgesamt 58.994 Fälle gemeldet, wovon gemessen an einer Einwohnerzahl von 100.000 1,8 auf Island und 68,9 auf Rumänien entfielen. Litauen, Lettland, Estland, Bulgarien und Rumänien wiesen hier die stärksten Infektionsraten auf. 

Die in dem Arbeitspapier beschriebenen Maßnahmen dienen dem Schutz und der Verbesserung der Lebenssituation bestimmter Bevölkerungsgruppen, die oftmals auch einer sozialen Stigmatisierung unterliegen. Hierzu gehören u.a. Gefängnisinsassen, Obdachlose, Drogenabhängige, Migranten, sozial Schwache sowie speziell in Osteuropa Schwule und Lesben. Diesen betroffenen Gruppen soll der Zugang zu Maßnahmen der Prävention und Gesundheitsversorgung erleichtert werden. Die soziale Dimension dieser Krankheiten ist ein wesentlicher Faktor in der Bekämpfung und Beseitigung der Infektionskrankheiten in der EU. 

Europäisches Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC)

Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) überwacht federführend und in enger Zusammenarbeit mit der WHO die Entwicklungszahlen übertragbarer Infektionskrankheiten und unterstützt die Mitgliedsländer durch wissenschaftliche Beratung und Ergreifung geeigneter Abwehrmaßnahmen. 

Weitere Informationen der EU-Kommission zu übertragbaren Krankheiten (nur in englischer Sprache) finden sie hier.